Hundefutter

Rohfütterung oder industriell hergestelltes Futter

Das leidige Thema Hundefutter wird wieder aktuell.

Ich habe das Glück, daß meine Hunde alles fressen, alles vertragen und gegen nichts allergisch sind. Alles ist soweit in Ordnung.

Es ist mir durchaus bewußt, das industriell hergestellte Futter viel Getreide, Zucker und minderwertige tierische Nebenprodukte enthalten können. Aber wenn ich mir meine Hunde anschaue dann fehlt ihnen nichts. Sie haben glänzendes Fell, sind munter und agil.

Interessiert hat mich das Thema Rohfütterung schon immer, aber ich hatte Angst, daß meine Hunde einseitig ernährt werden und Mangelerscheinungen auftreten.

Ich wurde stutzig als ich las, das der Hund als Fleischfresser einen kleineren Darm besitzt als ein vergleichbarer Pflanzenfresser, aber trotzdem steht bei meinem Fertigfutter Getreide an erster Stelle (d.h. der Hauptanteil meines Hundefutters besteht aus Getreide). Beim Hund werden erst Magensäfte produziert, wenn sich Fleisch im Magen befindet. Hat der Hund jetzt mehr Getreide als Fleisch gefressen, wird weniger Magensaft produziert, das Futter langsamer verdaut und es bleibt länger als vorgesehen im Magen-Darm Trakt. Und dies führt logischerweise zu Verdauungsproblemen.

Und noch ein Vorteil hat die Rohfütterung, falls das Fleisch nicht portionsgerecht zerkleinert oder gewolft gefüttert wird. Und das ist mir erst bewußt worden als ich meine Hunde dabei beobachtete, wie sie ein "Stück Pansen" frassen. Sie können ihr Gebiß "artgerecht" einsetzen. Denn sie müßen das Fleisch, die Knochen oder Knorpel zerkleinern bevor sie es fressen (wir haben keine Schlinger). Früher haben sie ihr Fertigfutter geschlabbert und ab und zu gab es mal einen Schweineknochen (trotz des Aujetzki Virus), da sind Zahnprobleme vorprogrammiert.

Wir werden unser Hundefutter vom Rinder-Schlachthof holen und das hat einige Vorteile.

1.)Das Fleisch ist frisch,nicht tiefgefroren oder erhitzt;

2.)es entält keine Konservierungsstoffe oder Farbstoffe;

3.)Wir füttern tierische Nebenerzeugnisse von Rindern, die für die menschliche Nahrungskette bestimmt sind; d.h. für diese Tiere gelten andere Auflagen und jedes Rind wird durch den Fleischbeschauer geprüft;

Und jetzt nochmal eine unvollständige Aufzählung, was alles zu tierischen Nebenerzeugnissen gehört:

es zählen dazu:

Pansen (voll), Blättermagen (grün), Herz, Kopffleisch, Leber, Nieren, Schlund, Muskelfleisch;

aber auch - und diese Schlachttiere sind nicht für den menschlichen Verzehr erlaubt -

* Schlachtkörper oder Teile davon, denen Tierarzneimittel verabreicht wurden;

* Abwasserreste aus Schlachthöfen

Dies alles kann, muß aber nicht im industriell hergestellten Hundefutter enthalten sein.

Aufbewahrung

Wir haben das Glück über ein paar Nebengebäude zu verfügen. Deswegen sind wir nicht gezwungen das Fleisch im Haus, bzw. im Freien aufzubewahren. Da wir den Schlachthof in der Nähe haben kaufen wir Wochenrationen und können das Fleisch immer frisch verfüttern. Aufbewahrt wird es in Tontöpfen, in denen es noch reifen kann. Besser geht es eigentlich nicht.

Aber !!!

Der Hund lebt nicht nur vom Fleisch. Er benötigt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fleisch und pflanzlicher Nahrung. Auch muß eine ausreichende Versorgung durch Vitamine und Mineralstoffe gewährleistet sein.

Quelle: www.kfu.de, Leitfaden zur Kategorisierung von Schlachtnebenprodukten bei Schwein und Rind

Quelle: Susanne Reinerth, Natural Dog Food: Rohfütterung für Hunde


Neo mag´s beim Fressen eher gemütlich,

auf dem Hundeplatz

und Argos geniest, egal wie...

auf dem Hundeplatz

Ich veröffentliche hier nur Auszüge aus der

Futter - Fibel für Hunde und Katzen

von Susanne und Peter Lundershausen.

Man findet die komplette Version unter: www.futterfibel.de

Auch dieser Artikel ist sehr interessant: Ein Plädoyer für die Rohfleisch-Fütterung von Susanne und Peter Lundershausen


Auszüge aus der Futterfibel

1. Futterverteilung und Menge

Wir empfehlen Ihnen folgende Futterverteilung:

a) Jungtiere:

Aufgrund des hohen Proteinbedarfs während des Wachstums Fleisch ca. 80 %, Getreide und Gemüse ca. 20 % (Naßgewicht).

b) erwachsene Tiere:

Fleisch ca. 60 % - 70 %, Getreide und Gemüse ca. 30 % - 40 % (Naßgewicht).

c) ältere Tiere:

Bei älteren Tieren kann (u.a. aufgrund der nachlassenden Aktivität) einen geringere Proteinbedarf bestehen. In diesem Falle empfehlen wir Ihnen für Senioren folgende Futterverteilung:

Fleisch ca. 50 %, Getreide und Gemüse ca. 50 % (Naßgewicht).

Sollte Ihr Tier auch im Alter noch fit und aktiv sein, muss die Proteinzufuhr nicht notwendiger Weise reduziert werden, allerdings ist es gut, in diesem Falle hochwertiges und eher leichtverdauliches Eiweiß zu füttern.

Gönnen Sie Ihrem Tier zusätzlich zum Fleisch, Getreide, und Gemüse auch einige Früchte (siehe dort) !

Bei Jungtieren sollten mehrere Portionen täglich gegeben werden. Für erwachsene Tiere kann eine Mahlzeit am Tag ausreichend sein. Wir füttern jedoch auch erwachsene Tiere zweimal am Tag. Die dabei aufgenommene geringere Futtermenge ist leichter verdaulich. Darüber hinaus haben wir in einen uralten Rassehundebuch eine ganz wunderbare Begründung für zwei Fütterungen gefunden: Die Fütterung gehört zu den Höhepunkten des Tages. Warum wollen Sie Ihrem Tier diese Freude nur einmal gönnen?

2. pflanzliche Stoffe

Die meisten pflanzlichen Produkte können Hunde und Katzen nicht in roher Form verarbeiten. In der Natur werden roh lediglich Früchte, einige Gräser und Kräuter, Nüsse und einige wenige Gemüse verzehrt. Die meisten pflanzlichen Stoffe entnehmen die Beutefresser dem Mageninhalt der Beutetiere, wo diese in vorverdauter Form vorliegen.

3. Getreide

Getreide können Sie als Flocken füttern, die Sie in heißem Wasser oder Brühe einweichen. Sie können aber auch gekochten Reis oder Nudeln (beides Vollkorn!) füttern. Die Reiskörner sollten zerstoßen werden, da einige Tiere sie sonst unverdaut wieder ausscheiden.

4. Gemüse

Als Gemüse bieten sich gekochte Kartoffeln, Rüben, Karotten und Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen) an. Die Hülsenfrüchte müssen zerstoßen oder geflockt werden, da diese sonst unverdaut wieder ausgeschieden werden. Karotten können Sie, fein unter das Fleisch gerieben, auch roh geben. Auch fein gehackter Spinat ist empfehlenswert.

5. Früchte

Viele Früchte, insbesondere Beerenfrüchte gehören bei Wölfen und Wildhunden zum Speiseplan dazu. Auch bei unseren Hunden konnten wir im eigenen Garten eine Vorliebe für Himbeeren, Brombeeren, vollreife Stachelbeeren und auch Äpfel beobachten. Soweit Sie – jahreszeitlich bedingt – Trockenobst füttern, sollten Sie aufpassen, dass dies nicht gezuckert, geschwefelt oder mit sonstigen Zusatzstoffen versetzt ist.

6. Gräser und Kräuter

Mischen Sie zusätzliche Kräuter kleingehackt unter das Futter (z.B. Petersilie, Kresse, Katzenminze, Löwenzahn, Brennessel, Kerbel, Thymian, Basilikum, Majoran usw.). Bitte beachten Sie aber, dass viele Kräuter eine "heilende" Wirkung haben. Diese sollten nicht in größeren Mengen und unkontrolliert als Futtermittel eingesetzt werden.

7. Fleisch

Fleisch sollte grundsätzlich roh verabreicht werden, wobei eine vernünftige Mischung aus Innereien und Muskelfleisch gegeben werden sollte. Sie können z. B. Rind, Schaf, Ziege, Pferd, Geflügel und Kaninchen verfüttern. Keinesfalls dürfen Sie rohes Schweinefleisch geben, da hier die Gefahr einer Virusinfektion besteht.

Wir befassen uns im folgenden ausschließlich mit Rindfleisch, da dieses relativ leicht und zu erträglichen Preisen zu beschaffen ist.

Fleischsorten:

Pansen / Blättermagen Kehlkopf / Gurgel Lunge LeberSchlund und Maulfleisch

Herz und schieres Rindfleisch (Muskelfleisch) Knochen

Pansen / Blättermagen:

Pansen und Blättermagen (die Mägen des Rindes) sind wegen ihres Gehaltes an pflanzlichen Rückständen besonders wertvoll. Versuchen Sie es, ob Ihre Katze fein durch den Wolf gedrehten Pansen nimmt (unsere Katzen tun dies). Leider lehnen die meisten Katzen, die "Hundefutter" nicht von klein auf gewöhnt sind, dieses Futter ab und bestehen auf Herz, Muskelfleisch oder Leber. Pansen hat einen höheren Fettgehalt als Blättermagen und ist deshalb für Jungtiere im Wachstum und für untergewichtige Tiere geeignet. Bei Tieren mit der Neigung zur Fettleibigkeit ist der Blättermagen (ggf. mit Lunge gemischt) vorzuziehen. Den oftmals angebotenen "weißen" Pansen sollten Sie keinesfalls kaufen, da er durch Herauswaschen der pflanzlichen Rückstände wesentlich wertloser als dunkler Pansen ist.

Kehlkopf / Gurgel:

Die Gurgel (Kehlkopf) ist der ideale Kalziumspender, da diese zu großen Teilen aus Knorpel besteht. Das im Knorpel enthaltene Kalzium kann (besser als Knochen) ideal als Baustein für den Knochenbau umgesetzt werden und hilft dem Hund auch bei der eigenen Knorpel- und Knochenbildung. Darüber hinaus haftet dem Kehlkopf mageres Fleisch an. Da Kehlköpfe auch noch relativ preiswert sind, empfehlen wir sie als Basis der Fleischfütterung, insbesondere für Jungtiere. Wenn Sie Fleisch und pflanzliche Stoffe nicht getrennt füttern, sollten Sie den Kehlkopf durch den Wolf drehen lassen. Sie können dann die pflanzlichen Bestandteile problemlos untermischen. Ganze (bzw. besser halbe) Kehlköpfe haben den Vorteil nicht nur Nahrung zu sein, sondern auch Knabber- und Spielzeug.

Schlund und Maulfleisch:

Schlund und Maulfleisch fressen die meisten Hunde sehr gern. Insbesondere das (sehr zähe) Maulfleisch bereitet großes Kauvergnügen. Versuchen Sie, ob Ihre Katze diese Fleischsorten (fein durch den Wolf gedreht) annimmt; sie sind dann eine preiswerte Alternative zum "roten Fleisch". Wir kennen einige Katzen, die Maulfleisch und Schlund gerne annehmen

Herz und schieres Rindfleisch (Muskelfleisch):

Herz und schieres Rindfleisch sind die bevorzugten Leckereien der Katze. Wenn Sie es sich leisten können, wird sich auch Ihr Hund hierüber freuen. Dem gesunden Hund können Sie gern Herz "wie gewachsen" (mit Fett) anbieten. Allerdings sollten Sie den Hund unter "normalen" Haltungsbedingungen nicht ausschließlich mit Herz oder Muskelfleisch füttern, da beides einen recht hohen Proteingehalt hat, den der Hund nicht verbraucht.

Knochen:

Knochen sind ein ideales Zahnputzmittel für Ihr Tier. Allerdings können gesplitterte, verschlungene Knochen schwere, innere Verletzungen verursachen. Geben Sie deshalb nur Knochen, die nicht splittern. Wir empfehlen Kalbsrippen. Als Kalziumspender halten wir Knorpel (wie z. B. den Kehlkopf) ohnehin für wertvoller, da Knorpel leichter verdaulich ist und nicht zu den teilweise extremen Verstopfungen führt wie Knochen. Auch sollten Sie Knochen immer nach der Mahlzeit geben, da der Verdauungstrakt dann durch die Nahrung "ausgepolstert" ist; ein Verletzungsrisiko wird gemindert.

Immer wieder hört man, dass keinesfalls Geflügelknochen verfüttert werden dürfen. Dies mag für gekochte oder gebratene Geflügelknochen gelten. Unbe- / verarbeitete Geflügelknochen sind unbedenklich, ansonsten müssten müsste die Fuchspopulation längst ausgestorben sein...! (Gleiches gilt für autoklavierte Geflügelknochen).

Wir geben unseren Hunden und Katzen in regelmäßigen Abständen Geflügel und hatten noch nie Probleme dadurch.

9. Fasten

In der Natur machen Raubtiere nicht jeden Tag Beute. Es ist also natürlich, das erwachsene Tier gelegentlich (z.B. einmal pro Woche) fasten zu lassen. Das Fasten ist äußerst gesund, man kann es als innere Reinigung verstehen.

Zu guter Letzt möchten wir noch einen kleinen Hinweis anbringen:

Leben heißt lernen und dies ein Leben lang! Soll heißen: Alle hier gemachten Angaben entsprechen unserem derzeitigen Wissensstand. Eine - wie auch immer geartete - Haftung kann aus diesen Angaben nicht abgeleitet werden. Außerdem behalten wir uns vor, überholte Aussagen zu verändern und neuesten Erkenntnissen anzupassen….

© Inhalt:

Susanne und Peter Lundershausen

Die Verbreitung und Vervielfältigung der Ernährungstips zu rein privaten Zwecken ist mit Autoren- und Quellenangabe (http://www.futterfibel.de/) ausdrücklich erwünscht!

Die Verbreitung oder Vervielfältigung (auch auszugsweise) zu gewerblichen Zwecken - gleich welcher Art - nur mit unserer schriftlichen Zustimmung.

Unter gewerblichen Zwecken verstehen wir auch die Aufwertung anderer Seiten als Tierfutter-Seite. Beispielhaft zu nennen wären alle Seiten, die z. B. bezahlte Links enthalten (Google-Adwords etc), Social-Network-Seiten mit Werbeeinblendungen, Seiten von gewerblichen Hundezüchtern usw. usw., d. h. wirklich alle Seiten, auf denen in irgend einer Art und Weise Geld verdient wird oder die in welcher Art auch immer Produkte und/oder Dienstleistungen bewerben.

Ende der Veröffentlichung der Lunderland-Futter-Fibel


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